Eisheiligen, Schafskälte, Siebenschläfer, Hundstage

 

Die "Eisheiligen" können uns bereits Anfang Mai Kälteeinbrüche bringen. In der ersten Junihälfte bringt uns die "Schafskälte" dann nach den ersten sommerlichen Temperaturen noch einmal kalte und regnerische Tage. Warme Luft kann dann ab Ende Juli mit den "Hundstagen" kommen.

Mehr zum Wetter und Bauernregeln erfahrt ihr hier.

Die Eisheiligen werden auch als "Eismänner im Mai" oder "Die drei gestrengen Herren" bezeichnet.
Jeder Tag hat einen anderen Heiligen als Namensgeber, deren Namenstage in diesem Zeitraum gefeiert werden.
Der 11. Mai ist nach dem Bischof Mamertus benannt, der 12. Mai gilt dem Märtyrer Pankratius, der 13. Mai geht auf den Bischof und Märytrer Servatius von Tongern zurück, der Märytrer Bonifatius von Tarsus gibt dem 14. Mai seinen Namen und der 15. Mai hat seinen Namen von Sophia von Rom und wird im Volksmund auch kalte Sophie genannt.

 

Anfang Mai ist es meist schon sonnig und warm, doch Mitte Mai kann die Kälte noch einmal zurückkommen. Das liegt an Kaltluftströmen aus den Polargebieten, die auf Grund eines Hochs über Großbritannien oder Skandinavien kalte und trockene Luft zu uns bringen.
Dann steigt die Tageshöchsttemperatur kaum über 15 Grad und in klaren Nächten kann es zu Bodenfrost kommen, der alle schon gepflanzten Blumen zerstören könnte.
Erst in der zweiten Maihälfte, nach den Eisheiligen, steigen die Temperaturen wieder an.

Bauernregeln zum Thema Eisheilige:

  • Pankratz und Servaz sind zwei böse Brüder, was der Frühling gebracht, zerstören Sie wieder.
  • Ehe nicht Pankratius, Servatius und Bonifatius vorbei, ist nicht sicher vor Kälte der Mai.
  • Pankratius und Servatius bringen oft Kälte und Verdruss.
  • Wenn's an Pankratius friert, so wird im Garten viel ruiniert.
  • Pankraz hält den Nacken steif, sein Harnisch klirrt von Frost und Reif.
  • Pankratz und Urbanitag ohne Regen - versprechen reichen Erntesegen.
  • Servaz muss vorüber sein, willst vor Nachtfrost sicher sein.
  • Vor Servaz kein Sommer, nach Servaz kein Frost.
  • War vor Servatius kein warmes Wetter, wird es nun von Tag zu Tag netter.
 

Schafskälte und Siebenschläfer
In der ersten Junihälfte wird das Wetter nach den ersten sommerlichen Temperaturen meist wieder kälter und regnerisch. Dieses Phänomen heißt Schafskälte. Der Namen kommt von den frierenden Schafen, die in der Zeit geschoren werden.

Einer Legende nach ist am 27. Juni der Siebenschläfertag, der das Wetter der nächsten sieben Wochen vorhersagt. Danach hatten sieben junge Christen in der Zeit der Christenverfolgung unter Kaiser Decius (249–251) in einer Berghöhle nahe Ephesus Zuflucht gesucht. Sie wurden lebendig eingemauert, starben aber nicht, sondern schliefen 195 Jahre lang. Am 27. Juni 446 wurden sie zufällig entdeckt, wachten auf, bezeugten den Glauben an die Auferstehung der Toten und starben wenig später.

Heutzutage wird der Siebenschläfer nicht mehr nur auf diesen einenTag festgelegt, sondern bezieht sich auf die Wochen Ende Juni und Anfang Juli.
Ist in diesen Wochen das Wetter eher unbeständig, ist es wahrscheinlich, dass es auch so bleibt. Ist jedoch das Wetter warm und es bildet sich ein Hochdruckgebiet über Skandinavien, bleibt das Wetter eher warm und trocken.
Statistische Analysen ergaben, dass diese Vorhersagen in 60–70 % der Fälle zutreffen, was mit der vom Jetstream abhängigen Großwetterlage zusammenhängt, welche sich üblicherweise Ende Juni bis Anfang Juli für einige Zeit stabilisiert.

 

Hundstage
Die vier Wochen vom 23. Juli bis 23. August werden Hundstage genannt. Dies ist die Bezeichnung für eine Schönwetterperiode. Der Name geht allerdings nicht auf das Tier, sondern auf ein antikes Sternbild zurück. Der hellste Stern "Sirius" des Sternbilds "Großer Hund" ging bei den Ägyptern in dieser Zeit gemeinsam mit der Sonne auf. Die Römer haben diesen Zeitraum dann auch mit in ihren Kalender aufgenommen.

Während der Hundstage liegt meistens ein Hochdruckgebiet über Europa und somit auch über die Schweiz, das für warme Luft und wenig Regen sorgt. In den letzten Jahren fielen die Wochen allerdings auch mal mild und regnerisch aus. Dies passiert, wenn bereits vorher die Temperatur stark angestiegen ist. Dann ist über die Hunstage kein richtiger Sommer mehr zu erwarten.